"Wenn man Soziale Arbeit studiert, wird man zum Allrounder: es ist wirklich von allem etwas dabei, was für die spätere Arbeit im sozialen Beruf wichtig sein könnte. Psychologie und Pädagogik, Recht und Politik, Organisationslehre und ein bisschen Wirtschaft, Ethik und Theologie.

 

Diese Bandbreite an Lernfeldern und Inhalten hat meinen Horizont wirklich sehr erweitert. Man lernt eine Fragestellung aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und verschiedene Lösungswege für ein Problem auszuprobieren. Vor allem lernt man aber auch, vernetzt zu denken – den Menschen in der Vielzahl seiner Bezüge wahrzunehmen: ganzheitliches Wahrnehmen eben. Das sagt sich immer so leicht – ist es aber oft nicht. Manchmal während des Studiums hätte ich mir ein „Rezeptbuch“ gewünscht, das Entscheidungen und Handlungen vorgibt. In der Arbeit mit Menschen gibt es natürlich keine Rezepte. Deshalb erschloss sich mir vielleicht auch erst nach einiger Zeit des Studierens, wie sich die Inhalte verschiedener Vorlesungen und Seminare verknüpfen und anwenden ließen – da braucht man etwas Geduld.

 

Als sehr gewinnbringend für mich und meinen Beruf empfinde ich die Förderung der personalen Kompetenz im Studium. Alleine und in der Gruppe reflektieren, im Team arbeiten, sich präsentieren, konstruktiv Feedback geben und annehmen, eigene Stärken und Schwächen kennen und damit umgehen lernen. In diesem Bereich empfand ich die Begleitung durch die Professorinnen und Professoren an der EFH Nürnberg auch als sehr engagiert und persönlich – ein Vorteil, den vielleicht nur eine kleinere Hochschule bieten kann.

 

Ganz wichtig natürlich auch: die praktischen Anteile des Studiums, um die wir wirklich von Absolventen der Uni oft beneidet werden. Denn im Studium der Sozialen Arbeit lernt man von Anfang an, einen Bezug zwischen Theorie und Praxis herzustellen.  Damit bleibt die Theorie kein schlichtes Gedankenkonstrukt und die Praxis kein Vor-sich-hin-Arbeiten ohne Sinn und Verstand. Dass diese Beziehung für mich im Studium schon so selbstverständlich geworden ist, erlebe ich in meinem Arbeitsalltag als sehr wertvoll."

 

Julia Mühlendyck, Gemeindediakonin, eingesegnet 2009